Bertolt Brecht

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Lebenslauf

Bertolt Brecht wurde am 10. Feburar 1898 in Augsburg geboren. Sein Vater Berthold Brecht war kaufmännischer Angestellter, seine Mutter war Sophie (geborene Brenzig).

Im Jahre 1917 absolvierte Brecht sein Notabitur, aufgrund des 1. Weltkrieges und begann anschließend notgedrungen ein Studium der Medizin und der Naturwissemschaften an der Universität München. Er nahm dies allerdings nie ernsthaft in Angriff, da er sich lieber seinem literarischen Talent widmen wollte.

Am 1. Oktober 1918 wurde Brecht, in den letzten Wochen des 1. Weltkrieges, als Lazarett Soldat zur Arbeit in einem Seuchenlazarett in Augsburg eingezogen.

Am 29. September 1922 fand die Uraufführung seines Stückes "Trommeln in der Nacht" in München statt, das Stück gilt als sehr linksorientiert. Im gleichen Jahr kam es zur Veröffentlichung der Buchausgabe seines ersten Dramas "Baal".

Im Oktober 1924 zog Brecht nach Berlin und wurde zusammen mit seinem Kollegen Carl Zuckmayer als Dramateur für das Deutsche Theater eingestellt.

Am 31. August 1928 fand die Uraufführung der "Dreigroschenoper" im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin statt. Brecht schuf zuammen mit dem Komponisten Kurt Weill eine neue Form des Musiktheaters. Die Handlung der Oper basiert auf der "The Beggar`s Opera", welche 1728 in London uraufgeführt wurde. Brechts "Dreigroschenoper" wurde zu einem der größten Theatererfolge der 20iger Jahre. Doch anstatt über diesen Erfolg erfreut zu sein, war Brecht ganz im Gegenteil aller Erwartungen vollkommen schockiert über diesen bahnbrechenden Erfolg. Die Oper war als kritische Satire gegen die kapitalistische Gesellschaft der Weimarer Republik gedacht, durch den großen Erfolg den die Oper in dieser Gesellschaft auslöste, sah er sein Werk als gescheiterte an, da das von Verfremdungseffekten geprägte Stück es nicht schaffte die Zuschauer zu einer aktiven Auseinadersetzung mit den Missständen ihrer Gesellschaft zu bringen. Sie verstanden das Stück in den Augen Brechts komplett falsch, da sie es als gewöhnliches dramatisches Theater auffassten und nicht als Lehrstück gegen die kapitalistische Gesellschaft.

Am 28. Februar 1933, einen Tag nach dem Reichstagsbrand, floh Brecht zusammen mit seiner Familie ins Exil. Es ging über Prag, nach Wien, in die Schweiz, nach Paris und schließlich erreichte er über Kopenhagen Dänemark. Seine vorläufige Heimat wurde Svendborg in Dänemark.

1935 wurde ihm vom NS-Regime die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

Im April 1939 begab sich Brecht mit seiner Familie erneut auf die Flucht vor dem drohenden Kriege und reiste aufgrund dessen nach Schweden auf die Insel Lidingö.

Doch bereits 1940 musste Brecht, aufgrund des Einmarsches deutscher Truppen in Dänemark und Norwegen, nach Finnland fliehen.

Im Jahre 1941 reiste Brecht weiter mit seiner Familie nach Moskau und fuhr mit der Transsibirschen Eisenbahn nach Wladiwostock, von dort aus ging es mit dem Schiff weiter nach Kalifornien, wo er sich dauerhaft in Santa Monica mit seiner Familie niederließ.

1947 wurde Brecht vor das "Komitee für unamerikanische Tätigkeit" in Washington vorgeladen, aufgrund seiner gesellschaftskritischen Ansichten. Aufgrund dessen reiste Brecht einen Tag später sofort aus den USA aus und zog in die Schweiz. Eigentlich hatte Brecht jedoch eine Rückkehr nach Deutschland geplant, um genauer zu sein in die Bundesrepublik Deutschland, doch dies scheiterte aufgrund der von den westlichen Allierten beschlossenen Auflage, keinen Staatenlosen die Einreise zu gewähren(siehe Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft 1935).

22. Oktober 1948 Nach Verwährung der Einreise in den Westen, reiste Bertolt Brecht mit seiner Familie nach Ostberlin ein.

1949 gründete Brecht zusammen mit seiner Frau Helene Weigel das "Berliner Ensemble", welches zunächst seinen Sitz im Deutschen Theater hat.

Im März 1953 zog das "Berliner Ensemble" allerdings in ein eigenes Gebäude am Schiffbauerdamm in Berlin und entwickelte sich zu einer der bedeutensten Experimentierbühnen Europas.

Am 7. Oktober 1951 bekam Brecht den Nationalpreis der DDR verliehen, trotzdem beantspruchte er weiterhin das Recht des freien Denkens für sich.

Im Jahre 1954 wurde Brecht Vizepräsident der deutschen "Akademie der Künste" und wurde am 18. Dezember Preisträger des "Stalin-Preises für Frieden und Verständignung zwischen den Völkern".

1955 referierte Brecht auf der Tagung des deutschen Friedenrates in Dresden. Dort übergab er eine Petition, welche 173.000 Unterschriften gegen die "Pariser Verträge", also die Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in das westliche Verteidigungsbündnis NATO, beinhaltete.

Am 14. August 1956 verstarb Brecht schließlich im Alter von 58 Jahren, aufgrund von Herzversagen in Berlin.

Am 17. August 1956 fand unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit die Beisetztung Brechts auf dem Dorotheenstädtiscchen Friedhof in Berlin statt.

Das epische Theater (nach Brecht)

Das epische Theater stellt eine besondere Form des "nicht-aristotelischen" Theaters dar. Die Idee beruht auf der Konzeption Bertolt Brechts der mit dieser Form des Theaters ganz bestimmte Wirkungen erziehlen wollte. Zum Einen soll das epische Theater den Zuschauer zum aktiven Mitdenken anregen, sodass er das Geschehen auf der Bühne als ein bloßes Spiel erkennt und eine Lehre für sich aus dem Stück zieht (Lehrstücke).

Desweiteren soll diese Form des Theaters die Illusion des Bühnengeschehens aufheben. Zum Anderen sollen aber sogenannte "Verfremdungseffekte" (V-Effekte), die Handlung spontan unterbrechen und das aktive Mitdenken des Zuschauers wecken.

Das epische Theater versteht sich viel mehr als Kritik und nicht als etwas, was die Zuschauer nur unterhalten soll.

Die Zuschauer

Im dramatischen Theater kann sich der Zuschauer in die Charaktere hineinversetzten, fühlt mit ihnen und erkennt sich selbst und sein Handeln in ihnen wieder. Das Leid der Menschen, welches Inhalt des dramatischen Theaters sein kann, erschüttert den Zuschauer, weil das Bewusstsein da ist, dass es eigentlich keinen Ausweg für den Charakter aus seinem Elend gibt.

"Das ist große Kunst: da ist alles selbstverständlich. - Ich weine mit den Weinenden, ich lache mit den Lachenden" (Brecht 1929). Im epischen Theater ist der Zuschauer viel mehr verwundert über das Verhalten der Charaktere und hätte selbst nicht so gehandelt wie sie. Das Leid der Charaktere erschüttert den Zuschauer, weil es noch einen Ausweg für sie gegeben hätte.

"Das ist große Kunst: da ist nichts selbstverständlich.- Ich lache über die Weinenden, ich weine über die Lachenden" (Brecht 1929)

Verfremdung

"Einen Vorgang oder einen Charakter verfremden, heißt zunächst einfach,dem Vorgang oder dem Charakter das Selbstverständliche, Bekannte, Einleuchtende zu nehmen und über ihn Staunen und Neugierde zu erzeugen" (B. Brecht: "Das Prinzip der Verfremdung. In: "Schriften zum Theater I.")

Haltung zur DDR

Brecht war bereits ab 1926 überzeugter Marxist, dies wird auch an den Themen seiner Stücke deutlich, in denen er oft Kritik an der bürgerlichen und kapitalistischen Gesellschaft übt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entschied Brecht in die DDR zu ziehen, da er davon überzeugt war, dass nur ein sozialistisches Deutschland Zukunft haben könnte. Jedoch war das Verhältnis zwischen Brecht und den hohen DDR Funktionären nicht so rosig, wie oftmals behauptet wurde. Denn auch Brecht wurde wie viele andere Bürger der DDR, als Staatsfeind bespitzelt und in seinen künstlerischen Leistungen sogar sabotiert. Nach dem 17. Juni 1953 zog Brecht sich auf seinen Landsitz in Buckow (Märkische Schweiz) zurück und kam nur noch gelegentlich nach Ostberlin. Brecht war zunehmend kritisch gegenüber dem DDR-Regime gestellt und sprach 1955 davon, dass die produktiven Intellektuellen in der DDR systematisch "verschrottet" würden. Vor allem aber prägte Brechts Meinung zum 17. Juni 1953 für viele, dass Bild wie er zur DDR stehe. An diesem besagten Sommertag kam es zu einem Aufstand von tausenden von unzufriedenen Bürgern der DDR, welcher auf brutalste Weise durch die Regierung niedergeschlagen wurde. Öffentlich äußerte Brecht sich in Verbundenheit mit dem Verhalten der SED den Aufständischen gegenüber. Jedoch kam erst später heraus, dass Brecht eigentlich die Auseinandersetztung mit den Forderungen der Aufständischen gefordert hätte, dies aber verschwieg das DDR-Regime. "Brecht äußert in einem langen Brief an W. Ulbricht Verständnis für die protestierenden Arbeiter und teilweise Zustimmung deren Ziele. In einer Schlusswendung versichert er zugleich seine Solidarität mit der Staatspartei (SED) Nur diese Schlusswendung wurde in er DDR veröffentlicht und in der Folge auch im Westen verbreitet" (Anmerkung von Hans Martin Huland, Oktober 2006).

Werke (Auswahl)

  • "Baal" (1918)
  • "Trommeln in der Nacht" (1919)
  • "Im Dickicht der Städte"(1921)
  • "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" (1927-1929)
  • "Die Dreigroschenoper" (1928)
  • "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" (1929)
  • "Furcht und Elend des Dritten Reiches" (1937-1938)
  • "Das Leben des Galilei" (1938-1939)
  • "Mutter Courage und ihre Kinder" (1939)
  • "Der gute Mensch von Sezuan" (1939)
  • "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" (1941)
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